Gütersloh Erneuerbar Schwerpunktveranstaltung Stadtwerke

Wer über ein zukunftsfähiges Konzept für die Energieversorgung in Gütersloh spricht, kommt rasch auf das Thema Stadtwerke. So war unsere Veranstaltungsreihe Gütersloh Erneuerbar mit etwa 50 Gästen folgerichtig in seiner ersten Schwerpunktveranstaltung bei den Stadtwerken Gütersloh zu Gast, um mit den Stadtwerken und interessierten Bürgerinnen und Bürgern über die energiepolitische Ausrichtung der Stadtwerke zu diskutieren. Ebenfalls dabei: Dipl.-Ing. Harald Vetter, Leiter Sonderprojekte der Stadtwerke Lemgo, ein über die Grenzen OWLs hinaus für seine nachhaltige Ausrichtung bekanntes Stadtwerk.

Unter der Moderation von Wibke Brems, Landtagsabgeordnete aus Gütersloh und Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik der Grünen Landtagsfraktion, stellte Uwe Pöppelmann von den SWG die Planungen des Gütersloher Versorgers vor, beantwortete in einer ersten Fragerunde die Fragen des Publikums, ehe Harald Vetter die durchaus beeindruckenden Aktivitäten der Stadtwerke Lemgo vorstellte und sich im Anschluss ebenfalls den zahlreichen Fragen der Anwesenden stellte.

In der Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe Gütersloh Erneuerbar hatten die Teilnehmer am 14. Juni bereits einige Stichpunkte zu dieser ersten Schwerpunktveranstaltung formuliert, die es jetzt auch zu berücksichtigen galt: Marketing, Smart Grids, “echter” Ökostromtarif, Ökozielsetzung.


CIMG2517CIMG2536

 

 

 

 

 

 

 

 

Uwe Pöppelmann, Stadtwerke Gütersloh:

Das Energiekonzept 2020 der Stadtwerke Gütersloh sieht in den nächsten zehn Jahren Investitionen in Höhe von 36 Mio. Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien vor, davon 20. Mio. von den SWG und 16 Mio. aus der genossenschaftlichen “Grün-Anlage”, die zusammen mit der Volksbank aufgelegt wird.

Ein Anteil von 15% Erneuerbare und KWK wird angestrebt, davon

  • 54% KWK
  • 23% Biomasse
  • 14% Solar
  • 9% Wind (hier der Hinweis auf eingeschränkte Potentiale in Gütersloh und Hoffnung auf den neuen Windenergieerlass)

Bisheriger Stand:

  • PV-Anlage bei Miele 503 kw
  • PV-Anlage bei den Stadtwerken
  • 2 BHKW im Betrieb
  • Nahwärmeversorgung (ehemaliges Pfleiderer-Gelände)

Das Klimaschutzprogramm der SWG sieht vor, innerhalb der nächsten 10 Jahre ein städtisches Gebäude mit BHKW auszurüsten, zwei Gebäude sind aber derzeit in der Arbeit.

CIMG2545CIMG2540

Harald Vetter, Stadtwerke Lemgo, Sonderprojekte:

Die Stadtwerke Lemgo sind zu 100% eine städtische Tochter. In allen Arbeitsgebieten gibt es das Bemühen um Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Nachhaltigkeit.

Stichpunkte aus dem Vortrag:

  • Halb- bis Viertelstundentakt im ÖPNV überall in der gesamten Stadt
  • KWK seit 1963 (!)

Eigenerzeugung:

  • 2 Gasturbinen und 1 Dampfturbine
  • 1 Gasturbinen-Heizkraftwerk
  • 8 BHKW
  • 5 Spitzenlast-Dieselaggregate
  • 1 Gasentspannungsanlage
  • 1 Wasserkraftanlage
  • Windkraftanlagen
  • 11 Photovoltaikanlagen
  • 70% KWK-Eigenerzeugung
  • Neues BHKW mit Faulgasbetrieb direkt am Klärwerk

Der in Lemgo erzeugte Strom weist nicht mal die Hälfte CO2-Ausstoß je kwh in der Erzeugung im Vergleich zum Bundesschnittauf: Lemgo 242 g/kwh zu 508 g/kwh im Bundesschnitt.

Das Fernwärmenetz wurde erschlossen auf dem Weg über Nahwärmeinseln, wie Schulen, Wohnheimen, Krankenhäusern, Industriebetrieben. Daraus wuchs in den letzten knapp 50 Jahren eine geschlossene Versorgung im Innenstadtbereich.

Wirtschaftlichkeit:

  • Einsatzoptimierung gegen Börsenpreise
  • Kooperation mit Bad Salzuflen, Detmold und Vlotho: „Jürgen-Strom“
  • Neubau des Stadtwerkegebäudes als zertifiziertes Passivhaus mit einer Energieeinsparung von mehr als 90% bei einer Investition von ca. 3,6 Mio.

Klimaschutzkonzept zusammen mit der Stadt Lemgo im Jahr 2006/2007

Zusammen mit dem Handwerk Innovationszentrum und Energie- und Umweltzentrum

Jedes Jahr ein Klimaschutzpreis für private Haushalte

Lemgo ist Modellregion für KWK und Musterstadtwerk der Landesregierung

Stadtwerke bieten das komplette Contracting für BHKWs bei Kunden an

Regenerative Energien werden ausgebaut: Photovoltaik, Windkraft, Biogas

  • Windkraft in Bürgerbeteiligung
  • Große neue Photovoltaikanlage auf altem Deponiegelände gerade in Bau gegangen
  • 11 eigene Anlagen, 361 private Anlagen

Konzept zu den Potentialen erneuerbaren Energien im Kreis in der Arbeit, die Wertschöpfung soll unbedingt im Kreis Lippe bleiben

Pläne:

  • Ausbau BHKWs
  • Biogas, Holzgas
  • Kommunale Kooperationen
  • Übernahme von Konzessionen aus 8 Kommunen in der Nähe unter Beteiligung der Kommunen in einer gemeinsamen Netzgesellschaft

Kundenbindung ist wichtig, Lemgo versucht überall präsent zu sein, mit dem Bus, mit dem Stadtbad, prüft die Kundenakzeptanz regelmäßig und erzielt sehr gute Werte. Engagement für beschleunigte Energiewende: Holzgas verspricht einiges, auch Hackschnitzel, was auch durch die politischen Veränderungen beschleunigt wurde.

Hier die Präsentation zur Arbeit der Stadtwerke Lemgo.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe Gütersloh Erneuerbar, dann zum Thema “Mehr Erneuerbare”, wird am 19.09.2011 stattfinden. Der Ort wird noch bekanntgegeben.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.