Offenes Frühstück zum Weltfrauentag: Austausch über Gleichstellung und gesellschaftliche Baustellen 17. März 202617. März 2026 Gütersloh. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März hat das Grüne Frauenforum von Bündnis 90/Die Grünen in Gütersloh zu einem offenen Frühstück eingeladen. Zahlreiche Frauen folgten der Einladung und brachten verschiedene Speisen mit, sodass ein buntes und vielfältiges Frühstücksbuffet entstand. In entspannter Atmosphäre nutzten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über frauenpolitische Themen auszutauschen.Während des Treffens hielt Stefanie Meier, Mitglied des Grünen Frauenformus, einen Impulsvortrag. Sie betonte, dass man beim Blick auf die Situation der Gleichstellung in Deutschland zunächst den Eindruck gewinnen könne, vieles sei bereits erreicht. „Doch wenn man ein wenig an der Oberfläche kratzt, wird schnell deutlich, dass es noch zahlreiche Baustellen gibt“, erklärte Meier.Zu diesen offenen Punkten zählen nach ihren Worten unter anderem strukturelle Fragen wie das Ehegattensplitting oder die weiterhin bestehende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Auch beim Schutz von Frauen vor Gewalt gebe es Handlungsbedarf. Meier verwies dabei auf die angekündigte Einführung des sogenannten spanischen Modells in Nordrhein-Westfalen, bei dem Täter von häuslicher Gewalt oder sexuellen Übergriffen mit einer elektronischen Fußfessel überwacht werden sollen. Dieses Instrument werde bislang jedoch noch nicht flächendeckend umgesetzt, sodass viele Betroffene weiterhin nicht ausreichend geschützt seien.Auch ist die Zahl der beschnittenen Mädchen und Frauen erschreckend hoch in Deutschland. Sie leiden ein Leben lang unter diesem abscheulichen Eingriff.Der Vortrag griff auch das historische Motto „Brot und Rosen“ auf, das eng mit dem Internationaler Frauentag verbunden ist. Dabei steht „Brot“ symbolisch für wirtschaftliche Sicherheit, gleiche Bezahlung und gleiche Lebensgrundlagen für Frauen und Männer. „Rosen“ wiederum seien nicht als symbolische Blumen zum Feiertag zu verstehen, sondern als Bild für gesellschaftliche Teilhabe, Kultur und Bildung.Die Teilnehmerinnen diskutierten im Anschluss lebhaft über diese Themen und tauschten persönliche Erfahrungen sowie politische Perspektiven aus. Einigkeit bestand darüber, wie wichtig starke Netzwerke von Frauen sind – über Parteigrenzen und verschiedene gesellschaftliche Bereiche hinweg, etwa zwischen Politik, staatlichen Institutionen, Kirchen oder Gewerkschaften. In Gütersloh werde dieser Austausch besonders aktiv gefördert, unter anderem durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Inge Trame. Von diesem engagierten und konstruktiven Netzwerk profitierten viele Initiativen und Frauen vor Ort, so das Fazit der Teilnehmerinnen.