Einblicke in die Arbeit mit Jugendlichen

Grünes Frauenforum trifft Streetworkerinnen in Gütersloh

Im Rahmen des Formates “Grünes Frauenforum trifft” besuchte das Grüne Frauenforum die Gütersloher Streetworkerinnen Beatrice Schmal und Bega Majewski, um Einblicke in die Arbeit mit Jugendlichen zu bekommen. Das Gespräch wurde an Ort und Stelle bei ihrem Einsatz am ZOB geführt.

Die beiden Fachkräfte berichteten von ihrem niedrigschwelligen und offenen Angebot, das zweimal wöchentlich – jeweils dienstags und donnerstags – am ZOB in Gütersloh stattfindet. Doch der ZOB ist nur einer der Wirkungsorte der beiden Streetworkerinnen, die an verschiedenen Orten tätig sind. Mit einem akzeptierenden Ansatz erreichen sie insbesondere junge Menschen, die in anderen Einrichtungen häufig keinen Zugang finden oder bereits abgewiesen wurden.

Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren. Nach Angaben der Streetworkerinnen stammen etwa 80 bis 85 Prozent der Besucherinnen und Besucher aus prekären Lebenssituationen. Die Unterstützung umfasst Gespräche, Beratung, Vermittlung an weiterführende Hilfsangebote sowie praktische Hilfen im Alltag. Was am Bahnhof fehle, sei eine mobile medizinische Anlaufstelle: “Menschen, die nicht mehr familienversichert oder obdachlos sind, werden medizinisch nicht versorgt. Mit diesem Problem sind wir häufig konfrontiert”, berichtet Beatrice Schmal.

Im Austausch mit dem Grünen Frauenforum schilderten Schmal und Majewski die Herausforderungen ihrer Arbeit. Besonders besorgniserregend sei der Eindruck, dass die Obdachlosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den vergangenen Jahren zugenommen habe. “Insbesondere für junge Frauen birgt Obdachlosigkeit ein großes Risiko, in gefährliche Abhängigkeiten zu gelangen,“ so Ines Böhm vom Grünen Frauenforum.
Viele Betroffene befänden sich in instabilen familiären, sozialen oder wirtschaftlichen Verhältnissen und benötigten verlässliche Ansprechpersonen sowie unkomplizierte Unterstützung.

Die Vertreterinnen des Grünen Frauenforums zeigten sich beeindruckt von der wichtigen Arbeit der Streetworkerinnen. Das offene Angebot leiste einen wertvollen Beitrag, um junge Menschen frühzeitig zu erreichen, sie zu stabilisieren und Perspektiven für ihre Zukunft zu entwickeln. Der Austausch habe deutlich gemacht, wie wichtig niedrigschwellige Hilfsangebote für Jugendliche in schwierigen Lebenslagen sind und dass deren Bedeutung weiter zunimmt.

Foto (vlnr.): Jana Felmet, Gabriele Diekötter, Ines Böhm, Bega Majewski, Beatrice Schmal, Stefanie Meier