Grüne Ratsfraktion kritisiert Übernahme des Kulturressorts durch den Bürgermeister

Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen äußert erhebliche Bedenken bezüglich der geplanten Übernahme des Kulturressorts durch Bürgermeister Trepper nach dem Ausscheiden des bisherigen Kulturdezernenten Andreas Kimpel im kommenden Jahr. Die Fraktion sieht in diesem Vorhaben eine potenzielle Gefährdung sowohl für die Qualität der Kulturarbeit als auch für die Erfüllung der originären Aufgaben des Bürgermeisters.

„Herr Kimpel hinterlässt große Fußstapfen im Kulturbereich unserer Stadt. Seine Arbeit hat maßgeblich zur kulturellen Entwicklung und Vielfalt beigetragen. Ein solches Amt kann nicht als Nebenaufgabe geführt werden. Hinzu kommt die große Aufgabe der Überführung der Weberei in eine neue Trägerschaft, die in der nächsten Zeit ansteht“, erklärt Gitte Trostmann, Fraktionssprecherin der Grünen.

Die GRÜNEN weisen darauf hin, dass die vermeintliche Kostenersparnis durch den Wegfall einer Dezernentenstelle kurzfristig gedacht sei. „Wir bezweifeln, dass der Wegfall der Dezernentenstelle zu einer tatsächlich relevanten Kosteneinsparung führt. Die Fachbereichsleitungen müssen zusätzliche Aufgaben übernehmen. Zudem können so möglicherweise weniger Fördergelder eingeworben werden, als wenn diese Aufgabe durch eine hauptamtliche Leitung fortgeführt werden würde“, so Fraktionssprecher Maik Steiner. Die Fraktion erklärt außerdem, dass die Umstrukturierung sich auch auf das Dezernat von Herrn Matthes auswirken würde, der dann für noch mehr Fachbereiche zuständig wäre.

Kritisch sieht die Fraktion auch die fehlende Nachhaltigkeit einer solchen Strukturentscheidung. Die langjährig etablierten Strukturen im Kulturdezernat haben sich bewährt, während die Amtszeit des Bürgermeisters nur bis 2030 gesichert ist. „Was geschieht nach 2030, wenn ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin gewählt werden sollte? Die dann gegebenenfalls erneut notwendigen Umstrukturierungen würden zusätzliche Ressourcen binden und den Kulturbereich vor unnötige Herausforderungen stellen“, erklärt die Fraktion.

Die Grünen-Fraktion kündigt an, die Entwicklung im Kulturbereich unter der Leitung des Bürgermeisters kritisch zu begleiten: „Sollte Bürgermeister Trepper tatsächlich die Leitung der Kultur übernehmen, werden wir mit größter Aufmerksamkeit verfolgen, ob die Qualität der Kulturarbeit den hohen Ansprüchen gerecht wird, die Herr Trepper selbst stets formuliert hat. Kultur ist für uns kein Nebenschauplatz und verdient eine Leitung, die sich dieser Aufgabe vollumfänglich widmen kann.“