Heidewaldstadion: Wer Sorgfalt fordert, muss sie auch selbst einhalten 14. April 202614. April 2026 Die aktuelle Debatte um das Heidewaldstadion ist weniger eine Frage des Sports als eine Frage politischer Maßstäbe. Genau an diesem Punkt setzen wir Grünen an.Die CDU betont regelmäßig, wie wichtig Sorgfalt, Kostenklarheit und solide Haushaltspolitik gerade bei Planungen und insbesondere bei freiwilligen finanziellen Leistungen seien. An diesen eigenen Grundsätzen messen wir ihr Vorgehen in der jüngsten Ratssitzung.Konkret hat die CDU beantragt, kurz vor der Haushaltsverabschiedung zusätzliche Millionenbeträge für das Heidewaldstadion in den Haushalt einzustellen, obwohl weder Planungs‑ noch Kostenreife vorlagen. Die vom FC Gütersloh genannten Kosten standen abweichenden, deutlich höheren Kostenschätzungen der Stadtverwaltung gegenüber. Zentrale Fragen zu technischen Standards, zur Ausführung und zur Nachhaltigkeit waren offen. Die Verwaltung selbst hat deshalb ausdrücklich empfohlen, zunächst den zuständigen Sportausschuss zu befassen, bevor eine grundsätzliche haushaltsverbindliche Entscheidung getroffen wird.Fraktionsvorsitzender Maik Steiner stellt klar: „Sorgfalt bedeutet, Planung und Kostenschätzungen zu klären, bevor man Geld festschreibt und nicht danach. Ein Sperrvermerk ersetzt keine Planungsreife.“Besonders widersprüchlich wird das Vorgehen vor dem Hintergrund der Haushaltslage der Stadt. Gütersloh bewegt sich am Rand der Haushaltssicherung. Noch vor zwei Jahren hat die CDU notwendige Schritte zur Stabilisierung der Einnahmeseite, etwa Steueranpassungen, nicht mitgetragen. Gleichzeitig fordert sie nun zusätzliche Millionen für freiwillige Leistungen. Das passt aus grüner Sicht nicht zusammen. Wer Haushaltsdisziplin einfordert, kann sie nicht situativ aussetzen.Wir stellen klar: Wir stehen zum Sport in Gütersloh und zum FC Gütersloh. Unsere Entscheidung richtet sich nicht gegen den Verein, sondern gegen ein Vorgehen, das grundlegende Regeln guter Haushaltspolitik und des politischen Diskurses missachtet.Für uns gilt: Große freiwillige Investitionen brauchen klare Prioritäten, belastbare Grundlagen und den Weg über die zuständigen Fachausschüsse. Dass die offenen Fragen zur weiteren Entwicklung des Heidewaldstadions nun im Sportausschuss beraten werden, ist deshalb der einzig folgerichtige Schritt.