Jahnplatz vollständig als Grünfläche erhalten – Grüne fordern klimagerechte Stadtentwicklung

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Gütersloh spricht sich klar für den vollständigen Erhalt des Jahnplatzes als Grünfläche aus. Die geplante Bebauung von 50 Prozent der Fläche durch den Gütersloher Turnverein (GTV) lehnen die Grünen entschieden ab.

„Die Bebauung des Jahnplatzes wäre ein gravierender Fehler für die Stadtentwicklung und den Klimaschutz in Gütersloh. Wir brauchen keine weiteren Luxuswohnungen für wenige, sondern Grünflächen für alle Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Dr. Martin Noack, Sprecher im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz und stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen.

Der Jahnplatz grenzt unmittelbar an den Mohns Park und bildet mit diesem eine wichtige Frischluftschneise für die Innenstadt. In Zeiten zunehmender Klimaerwärmung und häufigerer Hitzeperioden sind solche Grünflächen unverzichtbar für das Stadtklima und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Im Stadtklimagutachten weist der Jahnplatz sogar den höchsten Schutzbedarf auf.

Die Grünen-Fraktion kritisiert zudem die Darstellung einer angeblichen 50/50-Lösung. Dr. Noack: „Tatsächlich würden wir bei der vorgeschlagenen Lösung nicht 50 Prozent Grünfläche gewinnen, sondern 50 Prozent verlieren. Die Fläche ist bereits jetzt zu 100 Prozent Grünfläche, wenn auch in einem verwilderten Zustand. Eine Bebauung würde diese wertvollen Flächen unwiederbringlich zerstören.“

Besonders kritisch bewertet die Fraktion das Vorgehen bei der Planung. „Der Antrag auf ein beschleunigtes Verfahren und das Angebot, die verbleibenden 50 Prozent für einen symbolischen Euro an die Stadt abzutreten, wenn diese auf ihr Steuerungsrecht verzichtet, ist aus stadtplanerischer Sicht höchst bedenklich“, erklärt Birgit Niemann-Hollatz, planungspolitische Sprecherin der Grünen. „Ein Verzicht auf das kommunale Baulandmanagement würde einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen und die Handlungsfähigkeit der Stadt bei künftigen Projekten erheblich einschränken. Hier müssen die Interessen der Allgemeinheit im Vordergrund stehen.“

„Wir werden uns in den anstehenden politischen Beratungen klar positionieren: Der Jahnplatz muss als Gemeinbedarfsfläche erhalten bleiben und allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen, nicht nur einigen wenigen Besserverdienenden. Die klimatischen Funktionen dieser Fläche sind für die gesamte Stadt von unschätzbarem Wert“, bekräftigt Niemann-Hollatz.